Das Buch der Schatten


Das Buch der Schatten



Das Buch der Schatten enthält die wichtigsten Aufzeichnungen von Hexen seit Menschengedenken. Wie viele Hexen einen Beitrag zu dieser Sammlung geleistet haben, weiß kein Mensch zu sagen. Da einige glauben, dass die meisten Hexen in alten Zeiten des Lesens und Schreibens nicht mächtig waren, halten sie es für unwahrscheinlich, dass Hexen schriftliche Aufzeichnungen hinterlassen haben sollen. 


Warum sollen Hexen auf die Macht des geschriebenen Wortes verzichtet haben? Im Gegenteil, so zeichneten sie anfangs die einzelnen Kräuter in ein Buch und schrieben deren Wirkungsweise dazu. Nach und nach schrieben die Hexen über die Jahrhunderte so viele Segenssprüche, Rituale uvm. in so ein Buch, die dann in der Generation weiter vererbt wurde.


Es ist durchaus denkbar, dass Lesen und Schreiben zur Grundausbildung von Mitgliedern gewisser Hexenorden gehörte (die Leute hatten dies nur vor der Gesellschaft geheim gehalten). Es gibt eine ganze Reihe von altüberlieferten magischen Schriften. Aber selbst wenn Initianten zur Zeit der Hexenverfolgung nicht mehr im Lesen und Schreiben unterrichtet wurden, weil Papiere in falsche Hände geraten konnten, mag doch die eine oder andere Hexe ihre Formeln und Rezepte als Bilder verschlüsselt in Bücher, wenn nicht sogar in der Bibel eingetragen haben.


Laut einer Legende gibt es auch ein Buch des Lichts, das von Hexen geführt wurde. Enthält das Buch der Schatten hauptsächlich Rituale, Rezepte und Zaubersprüche, so wurde das Buch des Lichts für Forschungsberichte, Informationen über gewisse Bereiche (in denen sie tätig waren) und möglicherweise auch Kontakte (natürlich verschlüsselt?) geführt. 


Traditionell schreibt man einen Segenspruch auf die Innenseite des Buchdeckels, sowohl zum Schutz als auch zum Zeichen, dass die darin enthaltenen Informationen der Allmacht (Göttin, Gott) geweiht wurden. 


In der heutigen, digitalen Welt kann man natürlich auch digital das Buch der Schatten oder des Lichts führen, allerdings bevorzuge ich doch kopiertes Papier, denn das bleibt erhalten auch wenn es keine digitale Welt mehr geben sollte. Zudem kann man es so auch besser seinen Kindern, wenn sie den begabt sind, weiter vererben.