Das gefürchtete Fegefeuer



Das gefürchtete Fegefeuer




Das Fegefeuer, auch Kamaloka, wörtlich übersetzt: Ort der Begierde.

Wird in der christlichen Terminologie als Fegefeuer bezeichnet und ist in engem Zusammenhang mit dem jüngsten Gericht, dem sich der Mensch unmittelbar nach dem physischen Tod zu unterwerfen hatte. Der Mensch durchschreitet dabei in einer Zeit, die etwa ein Drittel des vergangenen Erdenlebens dauert, in der Mondensphäre.

Das Kamaloka oder Fegefeuer ist ein Ort oder besser ein Prozess der Läuterung. 


Nach den Geheimwissenschaften von Rudolf Steiner über das Kamaloka als Ort der Entbehrung und Entsagung. Ich zitiere hier wieder einige Passagen, wie er diese Dinge erfahren hat.


Mit dem Tod legt der Mensch seinen physischen Leib ab und damit auch die Sinneswerkzeuge, die ihm seine noch immer vorhandenen sinnlichen Begierden befriedigen könnten. Diese sitzen nämlich im Astralleib, mit dem er in die Astralwelt eintritt, deren niederste Bereiche das Kamaloka bilden. Damit beginnt eine harte Zeit der Entbehrung, in der der Mensch lernen muss, seinen sinnlichen Gelüsten zu entsagen. Wer schon im Erdenleben gelernt hat, aus freiem Entschluss, Entsagung zu üben, wird diese Region leicht durchschreiten. Damit ist nicht gesagt, dass man eine strenge und oft ganz falsche Askese üben sollte. Dadurch werden die Begierden nur in das Unterbewusstsein verdrängt und wachsen in den Seelentiefen zu gewaltiger Stärke an. 


Das Problem sind nicht die sinnlichen Genüsse als solche, sondern die Begierden, die sich daran heften. So lange der Mensch in der irdischen Welt lebt, darf er diese auch mit allen Sinnen geniessen, nur sollte er sich nicht mit seinen sinnlichen Begierden an sie fesseln. Dann können ihm die sinnlichen Freuden schon im Erdenleben zu einer wahren Offenbarung der höheren Welten werden.


Der Läuterungsprozess


Unmittelbar nach dem Tod erlebt der Mensch zunächst für etwa zwei bis drei Tage ein umfassendes Lebenspanorama, das ihm sein vergangenes Erdenleben in Gleichzeitigkeit vor das Bewusstsein stellt. Während dieser kurzen, als beglückend empfundenen Zeit zerstreut sich sein Ätherleib bis auf einen kleinen Rest im Weltenäther. Erst danach tritt der Tote in den Zustand des Kamaloka ein, das die drei oder vier niederen Partien der Seelenwelt (Astralwelt) umfasst. In denen der Mensch jene Begierden ablegen muss, die nur mittels des mit dem Tode abglegeten physischen Leibes befriedigt werden könnten und die ihn noch an das vergangene Erdenleben fesseln. Ein großer Teil des Astralleibs wird hier abgelegt und geht in der allgemeinen Astralwelt auf. Alles Kamaloka verläuft ja eigentlich in der Sphäre zwischen Erde und der Mondenbahn, aber das eigentliche für den Menschen bedeutungsvolle Kamaloka verläuft näher der Erde als, sagen wir der Mondenbahn.


In den alten Überlieferungen wird immer wieder von einem solchen Läuterungsprozess gesprochen, welche die Seele nach dem Tod durchzumachen hat, egal ob man sie nun gemäß der jüdisch - christlichen Tradition Fegefeuer nennt, oder der indischen Anschauung folgend Kamaloka bezeichnet. Man sollte darin weniger ein göttlich verordnetes Strafgericht sehen, das wäre zu schulmeisterlich gedacht, sondern vielmehr einen notwendigen geistgemäßen Prozess, durch den die Seele den irdischen Verhältnissen entwächst und offen für ihr neues seelisch - geistiges Dasein wird, das ihrer innersten Natur eigentlich viel mehr entspricht.


Dieser Prozess läuft ganz zwangsläufig ab, aber egal ob wir ihn aus unserem Wesenskern, aus unserem Ich her bejahen oder verneinen. Mit dem Tod wird die große Summe unseres Lebens gezogen, mit der moralischen Qualität, die wir uns bis dahin erworben haben, müssen wir unseren Weg in das körperlose Dasein antreten. Von nun an vermögen wir daran nichts mehr zu ändern.


Selbst auf die Leere des Nichtgetanen erstreckt sich dieses Geschehen. Nicht so, dass es bewirkte, was nicht getan worden ist. Es muss aber etwas geben, dass in der Hingabe des Geschöpfes an den umschaffenden Willen des Schöpfers, das versäumte nachgeholt wird, sonst bleibt auf dem Grunde von Allem Verzicht oder Verzweiflung. Das nicht bestandene Leiden muss nachbestanden, die nicht erkannte Wahrheit muss nacherkannt, die nicht vollbrachte Liebe muss nachvollbracht werden können. So groß ist des Schöpfers Liebe zu uns. Echte Reue ist kein bloßer Schmerz über das Verfehlte, der würde den Mangel nur unterstreichen, der würde das Geschehen stehen lassen. In der Reue nimmt der Mensch es erkennend und beurteilend, mit Verstand und Willen, sowie Gesinnung, vor dem Schöpfer, die Verfehlungen zu bereuen. 


Die Erlösung ist kein Werk des Enthusiasmus, sondern eine Liebe, die Wahrheit ist. Des Schöpfers Liebe zeigt sich, indem er uns mit seiner Liebe vergibt und uns bei sich aufnimmt. Den Sein ist das Reich und die Macht in Herrlichkeit und Ewigkeit! Mit dem Schöpfer fing alles an und nur er entscheidet wann es endet. Denn er ist:


Der Anfang und das Ende  

Das Alpha und das Omega!


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https://de.wikipedia.org/wiki/Anthroposophie