Der verlorene Zwilling in der Astrologie


Der verlorene Zwilling


Das Thema des verlorenen Zwillings ist noch nicht sehr lange bekannt und erforscht. Ich weiß aus persönlicher Erfahrung aber, dass es einen enormen Impakt auf den Seelenplan hat, wenn während der Schwangerschaft einer der Zwillinge oder Mehrlinge im Bauch verstirbt. Die werdende Mutter mag es oftmals nicht bemerken, außer ihr ist das Thema bekannt und sie nimmt die kleine Zwischenblutung wahr. Im Horoskop ist der verlorene Zwilling meist erkennbar an harten Planetenaspekten im Bereich der Häuser 6,7,8 und 9, im Zusammenhang mit den vorgeburtlichen Erfahrungen im unbewussten 12. Haus und mit den Planeten Uranus, Neptun, Pluto, Chiron, Saturn, sowie die Schicksalslinien des Vertex und dem Mondknoten.


Das Thema ist so tief verankert, dass viele gar nicht bemerken, wieso sie nie wirklich innerlich glücklich werden können. Es ist als ob man nie das Gefühl hat wirklich Ganz zu sein. Man entwickelt eine starke Angst, allein zu sein und immerzu das Gefühl zu haben, für alles was man will, hart kämpfen zu müssen. Man will alles perfekt machen, um niemanden zu verlieren. Man schuftet für Zwei und man gibt sich selbst für andere auf. Man bleibt in einer Partnerschaft kleben, auch wenn sie schon längst krank macht und die eigenen Grenzen verletzt. Man sucht immer und überall den Seelenpartner und vieles mehr. Es kann so schlimme Auswirkungen im Leben haben, dass man davon sogar Depressionen bekommen kann, wenn die Last untragbar ist.


Ich möchte euch einen Teil vom 12. Haus der Unbewussten Anteile und dem 8. Haus, das Haus des Todes, der Sexualität und der Urängste erzählen, die viel mit vorgeburtlichen Traumen zu tun haben. Ein Astrologe sieht im 12 Haus, welch unbewusste Anteile der Mensch in sich trägt und im 8. Haus die Urwunde. Die Verletzungen des vierten Hauses sind weitgehend bewusst, die des achten nur noch bis zu einem gewissen Grad und von daher auch weit schwieriger zu lösen. Hier geht es häufig um Zwänge und die verdrängten Ursachen von Ängsten, um heftige Emotionen und die Konfrontation mit Macht und Ohnmacht. All dies kann selbstverständlich in Verbindung mit den Erfahrungen der frühen Kindheit stehen. Wir finden hier aber auch familiäre Verwicklungen, die dem Haus-acht-Betonten ein psychisches Opfer abverlangen. Und Haus acht betrifft existentielle Ängste. Die Angst vor Vernichtung, auch in finanzieller und materieller Hinsicht, vor dem Tod und vor der sexueller Hingabe, werden wir in einer Psychoanalyse oder Gesprächstherapie nur selten ablegen. Hier sind Techniken, wie Meditationen oder Hypnose hilfreich, die uns mit unseren Urängsten konfrontieren und uns offenbaren, dass wir die Begegnung mit ihnen überleben. Die Quellen für die Ängste und Zwänge des zwölften Hauses jedoch bleiben unbewusst, solange sie nicht bearbeitet  werden und das oft ein Leben lang. Doch weder mit den klassischen noch mit modernen konfrontativen Therapien können wir diesen begegnen. Hier geht es um Ursachen, die sich unserer Erinnerung verschließen, weil sie vor der Zeit liegen, als uns Sprache zur Verfügung stand: familiäre Verstrickungen, Ereignisse in der pränatalen Phase und vielleicht sogar karmische Zusammenhänge. Ich habe mich als Astrologin, darauf spezialisiert genau diese Thematiken den Menschen anzubieten, weil oft genau hier die Wurzeln liegen, weshalb ein Mensch nicht wirklich glücklich sein kann, soviel er auch in konventionellen Therapien aufgearbeitet hat.


Das zwölfte Haus war für mich lange Zeit ein Rätsel, und ich weiß, dass es auch anderen so geht, die sich mit der Astrologie befassen. Beschreibungen des zwölften Hauses sind oft etwas nebulös, was natürlich in der Natur Neptuns und des Zeichens Fische liegt.Wir wissen, dass es mit Anstalten, Rückzug, dem Unbewussten zu tun hat, mit Inspiration, Ängsten, Verwirrung und der Erfahrung von Grenzenlosigkeit. Wir kennen die Stichworte, die diesem Bereich zugeordnet werden, doch wo ist das übergeordnete Thema? 


In den meisten Fällen stehen Planeten und Zeichen im zwölften Haus mit dem in Beziehung, was die Psychologen den „Nabelschnureffekt“ nennen. Dieser Theorie zufolge ist der sich entwickelnde Embryo nicht nur für die physischen Substanzen empfänglich, die die Mutter zu  sich nimmt, sondern auch für ihren allgemeinen Seelenzustand während der Schwangerschaft. Ihre Einstellung und ihre Erfahrungen, ihre mentale und psychische Verfassung, all das überträgt sich auf den Fötus in der Gebärmutter. Das, was sich auf diese Weise auf das Kind überträgt, zeigt sich in den Stellungen im zwölften Haus, die vorgeburtlichen Erfahrungen. Ist Pluto dort zu finden, so hat die Mutter möglicherweise während der Schwangerschaft traumatische Erlebnisse gehabt. Das Kind bringt dann ein Gespür für die Gefahren des Lebens und die Furcht vor irgendwelchem lauernden Unheil mit auf die Welt. 


Ich habe mich in meiner Untersuchung auf das zwölfte Haus beschränkt, so wie es sich im Horoskop abbildet, und soviel Bestätigung für diese These gefunden, dass das Besprechen vorgeburtlicher Zusammenhänge fester Bestandteil meiner Arbeit  geworden ist, sofern dieses Thema für meine Beratungen eine Rolle spielt.


Meine Erfahrung mit meinem verlorenen Zwilling

Am Anfang meiner Laufbahn, in meinem ersten Buch der Astrologie, las ich einen Abschnitt über die verlorenen Zwillinge. Ich habe dieses Thema damals nur als Randnotiz wahrgenommen. Etwas was ein Wissen für die Zukunft ist aber persönlich so noch nicht angesprochen wurde. Bis ich vor ein paar Wochen etwas entsetzliches aufgedeckt habe.


Schon mein ganzes Leben begleitete mich ein schwer zu beschreibendes Gefühl von Einsamkeit. Schon als Kind von etwa vier Jahren, fragte ich meine Eltern, warum ich kein Geschwisterchen hätte. Etwas in mir schien zu wissen, dass ich nicht allein war. Dieses diffuse Wissen hat mich immer begleitet, auch später als Erwachsene. Immerzu bedauerte ich es, dass ich keine Schwester oder einen Bruder hatte. Mein Eltern verstarben recht früh und so war der Gedanke und das Gefühl immer präsent. Trotz vieler Jahre persönlicher Arbeit, Therapie und spiritueller Praxis, verschwand dieses Thema nie wirklich.


Vor einiger Zeit spiegelt mein Twin ein Verhalten, ein Muster von mir in einem Gespräch über meine Mutter und ich fühlte einen Zorn auf sie, den ich nicht verstand, denn eigentlich war dieses Thema schon in meiner Therapie aufgearbeitet gewesen. Also begann ich gezielt, den Ursachen dieses Gefühls auf den Grund zu gehen. Ich erinnerte mich an das Thema, das ich Anfangs in meinem ersten Buch als Randnotiz wahr nahm und stellte Nachforschungen an, analysierte meine astrologische Geburtskonstellation, in Verbindung der harten Apekte, von denen ich in der Astrologie lernte und sprach mit Menschen, die mir nahestehen und meine spirituelle Arbeit verstehen. Dabei wurde immer klarer: Es deutete alles darauf hin, dass ich einen Zwilling verloren habe, in der Schwangerschaft meiner Mutter und dass es das Familiengeheimnis war über das keiner sprach. In der damaligen Zeit der alten Traditionen, sprach man über solche Dinge nicht mit seinen Kindern. Meine Eltern haben dieses Wissen über die Umstände mit in Grab genommen. Die ganze Zeit waren sie als Entitäten präsent, sodass wir uns alle schon fragten, weshalb sie noch immer bei uns sind. Aber als ich hinter dieses Geheimnis kam, waren sie plötzlich weg und sind seitdem auch nicht mehr wieder aufgetaucht. Ich schätze, sie haben mir so eine Antwort auf die Aufdeckung der Wahrheit gegeben. 


Die astrologischen Auswertung ergab, dass alle klassischen Anzeichen dafür sprachen. In meinem Horoskop habe ich eine enge Merkur-Venus-Konjunktion und Chiron im 12. Haus. Mein Neptun steht im 8. Haus, das Haus des Todes und plötzliche Wendungen. Der Uranus der Planet der für Tod und Transformation steht im 7. Haus, das Haus der Partnerschaft. Der Mondknoten steht zusammen mit dem Vertex und Pluto im 6. Haus. Das Haus des Berufs und Alltags. Der Mars im 4. Haus, das der Familie und Ahnenlinie. Es sind die klassischen Hinweise auf die Zwillingsthematik, das Verborgene und Verdrängte in meinem Leben.


Medizinisch bin ich zu früh geboren worden. Mein Vater beschrieb mich als „Spinnchen“, zart und leicht. Ich wog 2320g und war 48cm groß. Meine Mutter erzählte mir einmal, dass ihre Fruchtblase vorzeitig geplatzt war. Ich kam in den Inkubator. Heute ist mir klar, dass solche Komplikationen häufig mit dem Verlust eines Zwillings zusammenhängen können. Vor allem wenn er im zweiten Trimester (etwa im vierten bis sechsten Monat) verstirbt. Mir wurde bewusst: Meine Seele und die meines Zwillings teilten sich einen Raum. Wir waren verbunden und auch ihr Verlust hat mich geprägt. Ich habe lange gebraucht, um diese Wahrheit anzunehmen. Es war ein Weg durch Trauer, Wut, Schmerz und schließlich Vergebung.


Vor kurzem habe ich an einem heiligen Ort in einer Meditation mit ihr gesprochen. Sie hat sich mir als Veronika gezeigt. Sie sagte mir, dass sie immer ein Teil von mir war und ist. In meinem Herzen, in meiner Seele und in meinen Zellen. Sie nannte sich die „Bringerin der Wahrheit“ und tatsächlich hat sie mir geholfen, Licht in ein altes Familiengeheimnis zu bringen.


Ihr zu Ehren, möchte ich allen einsamen Zwillingen helfen, ihren Zwilling zu finden und die Art wie er verloren wurde, aufzudecken. Dann kann Heilung eintreten. Die Urwunde wird bewusst wahrgenommen und gesehen. Das Loslassen des Schmerzes, öffnet einem dann ein unerschüttliches Vertrauen ins Leben und in Beziehungen. Man versteht den großen Plan.


Heute weiß ich: Ich bin nicht mehr allein. Ich trage sie in mir. Und mit diesem Wissen darf ich jetzt leichter und freier leben.


Wenn du das auch möchtest, dann bestelle dir doch gleich eine Geburtsaufstellung von mir, wo wir uns gemeinsam auf die Suche deines Zwillings machen.


Licht und Liebe

Kosmica