Die Religion Wicca


Die Religion Wicca


Der Begriff Wicca wurde aus dem Angelsächsischen übernommen, wo das Wort Wicca (männliche Form) ‚Hexer‘, Zauberer‘ bedeutet; die weibliche Form dieses Wortes ist Wicce, Mehrzahl für beide Geschlechter Wiccan. Das englische Wort Witch für ‚Hexe‘ geht sprachgeschichtlich auf Wicce bzw. Wicca zurück.

Verbreitung

Wicca gehört zu den Mitgliederreichsten Gruppierungen im Spektrum des Neopaganismus und ist insbesondere im angloamerikanischen Raum besonders stark verbreitet. In den USA ist Wicca seit 1994 als Religion staatlich anerkannt. Die Schätzungen über die Zahl der Menschen in den USA, die sich der Wicca-Religion zugehörig fühlen, gehen weit auseinander, da die Abgrenzungen gegen andere neuheidnische Richtungen nicht eindeutig sind und manche Menschen verschiedene Formen der Spiritualität praktizieren.


Der Hexenzirkel / Coven



Ein Zirkel, im Wicca auch Coven genannt, ist ein autonomer und von anderen Zirkeln unabhängiger Zusammenschluss von Menschen, welche die gleichen Ziele verfolgen und den alten Pfad beschreiten. Ein Hexenzirkel bietet seinen Mitglieder Schutz und Rückhalt. Er stärkt ihr Bewusstsein und ist zugleich ein Zentrum der Erkenntnis und des Wissens. Der Zirkel ist Religionsgemeinschaft, Ersatzfamilie und Magieschule in einem. Man feiert gemeinsam die Jahreskreisfeste, zelebriert Rituale, ist helfende sowie Trost spendende Schulter und Schüler sowie Lehrmeister in einem.


Durch die relativ kleine Anzahl der Mitglieder eines Zirkels, welcher traditionell aus mindestens 3 und höchstens 13 Personen besteht, wirken sich die Ansichten, Interessen und Charaktereigenschaften jedes einzelnen Menschens sehr stark auf diesen aus und prägen sein Gesicht.


Natürlich kann jede Hexe auch ihren eigenen Zirkel gründen, auch wenn dies im traditionellen Wicca verpönt ist. Du solltest dir deiner Verantwortung diesbezüglich jedoch immer bewusst sein. Es erfordert viel Zeit und Hingabe einen solchen Verbund zu leiten. Daher solltest du auch gefestigt in deinem Glauben sein und die magischen Techniken sicher beherrschen. Ist dies nicht der Fall wäre es für den Anfang sicherlich günstiger einen Übungs- oder Arbeitskreis zu gründen, bis das nötige Potenzial entwickelt worden ist.


Warnung!


Trotz der innigen Verbindung der Mitglieder eines Zirkels hat niemand das Recht einen Menschen zu Dingen zu zwingen, die dieser nicht möchte. Möchtest du Mitglied in einem Konvent werden, analysiere diesen vor deinem Eintritt bestmöglich mit deinem wachen Menschenverstand und Intiuition, damit du nicht ein böses Erwachen erleben musst. Sei lieber eine freifliegende Hexe, als ein Mensch, der seiner Menschenrechte beraubt wird.


Wicca glauben daran, dass alles im Grunde eine Einheit und miteinander verbunden ist. Sie verehren die Natur als heilig, da sie eins ist mit dem göttlichen Ursprung und dem Menschen in körperlicher und geistiger Hinsicht Kraft spendet. Ein wichtiges Glaubensprinzip ist die Regel „Wie oben, so unten“, die besagen soll, dass in allen Bereichen des Kosmos, im Großen wie im Kleinen, die gleichen polaren Ordnungsprinzipien am Werk seien und dass sich auch im Kleinsten stets das Ganze widerspiegele.


Die beiden polaren Mächte, die im Mittelpunkt stehen, werden als dreifache Mond - Göttin, Jungfrau, Mutter, Weise oder Erdmutter bzw. Muttergöttin sowie als dualer Gehörnter Gott, Fruchtbarkeitsgott und Todesgott; häufig assoziierte Aspekte: geopferter Jahresgott, Grüner Mann, Himmelsvater, Sonnengott, personifiziert.


Typischerweise steht die Göttin für das passive und lunare weibliche Prinzip (Yin) und der Gehörnte Gott für das aktive und solare männliche Prinzip (Yang), wobei das Horn Zeugungskraft, Macht und Stärke symbolisiert. Diese beiden Prinzipien sind gleichberechtigt und beide notwendig, denn das allganze Göttliche wird als Vereinigung dieser Polaritäten verstanden.


Diese Vorstellung eines All - Einen, die aber nicht von allen Wicca geteilt wird, ähnelt dem hinduistischen Konzept des Brahman oder dem buddhistischen Shunyata sowie dem taoistischen Tao oder dem alchemistischen Azoth. Da Wicca, wie Anhänger vieler anderen Formen des Neuheidentums auch, dass alles in der Welt lebendig und beseelt ist und durch eine Weltseele verbunden ist, gibt es auch deutliche Bezüge zum Animismus ursprünglicher „Naturreligionen“.


Energiearbeit ist somit ein zentraler Bestandteil der magischen Rituale. Astralreisen werden ebenfalls als Mittel der Magie gesehen, wobei die sogenannten Flugsalben früherer Hexen solche Erfahrungen durch Rauschdrogen unterstützt haben sollen.

Gott und Göttin!

Wicca „arbeiten“ in ihren Ritualen häufig mit verschiedenen Gottheiten. Ebenso wie Hindus, aber im Gegensatz zu echten Polytheisten sehen Wicca diese Gottheiten aber nur als verschiedene Erscheinungsformen oder Facetten ihrer zwei großen Hauptgottheiten, der Göttin und des Gottes. Es gilt bei vielen der Grundsatz „Alle Göttinnen sind eine Göttin und alle Götter sind ein Gott“


Individuen wählen als Identifikationspunkt ihre persönliche Gottheit aus diversen Gottheiten verschiedener Götterwelten, deren Geschichte sie als besonders inspirierend erachten und auf die sie sich zur persönlichen Verehrung am meisten beziehen wollen.


Wicca legen Wert auf Freiheit und sehen sich als gleichberechtigte Partner der Gottheiten an, die Demutsgesten nicht als angemessenes Mittel der Verehrung betrachten.


Auf Grund der Regel der dreifachen Wiederkehr glauben sie auch an ein Karma, aber nicht daran, dass jedes persönliche Unglück durch schlechtes Karma selbstverschuldet sei.


Wicca versteht sich als eine tolerante Religion und erhebt keinen Anspruch auf Alleingültigkeit. Dogmatismus, Fanatismus und Diskriminierungen anderer Religionen werden abgelehnt. Wicca sieht sich als eine zeitgemäße Alternative zu anderen Formen der Spiritualität. Entsprechend dem Verständnis von eigener Verantwortung dient Magie im Wicca-Kult nur dazu, natürliche Energien zu lenken und notwendige Veränderungen zum Positiven anzustoßen. Gewaltfreiheit und Naturverbundenheit haben einen hohen Stellenwert.


Die ethischen Grundsätze im Wicca basieren auf der Weisung, „Solange es niemandem schadet, tu was du willst“ und der Regel der dreifachen Wiederkehr, „Alles, was von dir ausgeht, fällt dreifach auf dich zurück“.


Hier die alte Weisung des Hexenhandwerks:


 * Auf das Hexenrecht wirst du bauen in wahrhaftiger Liebe und echtem Vertrauen.  


 * Leb' und lass andere leben, sei mäßig beim Geben und mäßig beim Nehmen.  


 * Zieh den Kreis dreimal aus und halte alles Böse raus.  


 * Die Sprüche werden wirksam sein, wenn sie geschmiedet sind im Reim.  


 * Die Augen sanft, die Berührung zart, zuhören vor reden sei deine Art. 


 * Wächst der Mond, geh sonnenwendig, tanz und sing das Pentakel lebendig.  


 * Doch heult der Wolf beim blauen Eisenkraut, dann geh der Sonne entgegen, denn der Mond     wird abgebaut.  


 * Wenn der Göttin Mond in neuem Stand, küss dann zweimal ihre Hand. 


 * Achte den Vollmond, sei bereit, für Sehnsucht im Herzen ist´s die rechte Zeit.  


 * Lässt der mächtige Nordwind sich spüren, dann streich die Segel und schließ alle Türen.  


 * Der Wind aus Süden bringt Herzen zum Glühen, auch du kannst mit ihm in Leben erblühen. 


 * Neuigkeiten wird der Ostwind entschleiern, erwarte und bereite dich vor aufs Feiern.  


 * Hat der Wind aus Westen zu befehlen, unruhig sind dann die wandernden Seelen. 


 * Neun Hölzer sind für den Kessel gut, brenn sie schnell mit sanfter Glut.  


 * Der Baum der Göttin ist weise und alt, schade ihm, und ihr Fluch sei dein Gehalt.  


 * Erreicht das Jahr Walburgisnacht, brenne ihr Feuer in voller Pracht.  


 * Ist das Rad bei Jule arriviert, zünde die Fackeln, und Pan regiert.  


 * Alle Pflanzen sollst du hegen, denn das bringt der Göttin Segen.  


 * Die murmelnden Gewässer sind dein Gewissen, wirf einen Stein und du wirst es wissen.  


 * In deiner Not wirst du dich bewähren und niemals den Besitz deiner Nächsten begehren.  


 * Lass dich nicht mit den Toren ein, denn sie bringen dich in falschen Schein.  


 * Empfangen und Abschied mit Wärme gemacht, dein Herz wird zum glücklichen Glühen            gebracht. 


 * Das Dreifachgesetz sei dein leitender Faden, dreimal bringt’s Glück und dreimal den              Schaden. 


 * Wenn Missgeschick regiert dunkle Tage, auf deiner Stirn einen Stern dann trage.  


 * Die, die dich lieben, wirst du niemals betrügen, sonst werden sie auch dich belügen. 


 * Zum Schluss noch acht Worte, und da gilts: „Und schadet es niemand, tu' was du willst!“


“Die „Weisung“ wird oft auch von Wicca - Anhängern dahingehend interpretiert, dass sie alle Handlungen verbiete, die irgendwie Schaden irgendwelcher Art bewirken könnten. Es gibt aber auch die Ansicht, dass die Freiheit zu tun, was man will, nur unter der Voraussetzung gilt, dass man dabei niemandem schadet. Handlungen, die schaden, sind also nicht in gleicher Weise frei, sondern müssen gegebenenfalls hinreichend gerechtfertigt und in ihrem Ausmaß angemessen sein. Andere Interpretationen sehen in der "Weisung" eine Forderung, seinen wahren Willen zu erkunden und diesen auszuüben unter der Einschränkung, dabei keinem, anderen oder sich selbst zu schaden. 


Die Regel der dreifachen Wiederkehr stützt sich auf das Prinzip von Ursache und Wirkung und den Gedanken, dass alles, was man tut, auch Konsequenzen hat, wobei kleine Ursachen auch große Wirkungen haben können. Diese Regel ist aber nur entfernt verwandt mit dem östlichen Konzept des Karmas. Die Kombination von „Weisung“ und der Regel der Wiederkehr erfüllt in der sogenannten Wicca - Ethik weitgehend die Funktion der „Goldenen Regel“.


Feste und Feiertage



Der Jahreskreis, auch Jahresrad genannt, bezeichnet das in der Wicca - Religion gebräuchliche System von acht jahreszeitlichen Festtagen, das den Zyklus von Werden und Vergehen in der Natur symbolisiert. Es hat große Ähnlichkeiten mit dem keltischen Jahreskreis. 


Das System von Wicca ist eine moderne Verbindung der vier keltischen Hochfeste mit heidnischen Sonnwendfesten in bronzezeitlichen Kulturen. Die Namen für zwei der Festtage (Litha und Mabon) sowie viele der Rituale sind moderne Neuschöpfungen.


Die acht Hauptfeiertage, genannt Sabbats, richten sich nach dem Jahreslauf, die teils nach festen Daten, teils nach natürlichen oder astrologischen Ereignissen berechnet werden.


Vier Feste gelten als die „höheren“ Festtage und werden daher auch als Große Sabbate bezeichnet. Andere Bezeichnungen hierfür sind teilweise Licht- bzw. Feuer - Feste oder Mondfeste. 


Diese liegen jeweils genau in der Mitte zwischen zwei solaren Festen, und werden deshalb auch als Kreuz - Viertel - Tage bezeichnet. Für die Bestimmung der genauen Daten der Drei-Viertel-Tage gibt es je nach Tradition unterschiedliche Vorgehensweisen. 


Traditionellerweise werden die mit den Kalendern übereinstimmenden Daten verwendet, in anderen Traditionen werden diese auch kalendarisch genau zwischen den solaren Festen gefeiert:

    

  • Samhain        

        
  • Imbolc        

        
  • Beltane        

        
  • Lughnasadh


Sonnenfeste sind:

   

  • Litha, Sommersonnwende    

        
  • Jul, Wintersonnwende    

        
  • Ostara, Frühjahrstagundnachtgleiche    

        
  • Mabon, Herbsttagundnachtgleiche


Neben diesen acht Sabbat-Festen gibt es die 13 sogenannten Esbats, die zu Ehren der Göttin bei Vollmond, manchmal auch Schwarzmond, veranstaltet werden. Bei diesen handelt es sich um magische Arbeitstage.

Werkzeuge und Utensilien



Die traditionellen Ritual-Werkzeuge innerhalb der Wicca-Bewegung sind:

   

Der Athame: Der zweischneidige Zeremonialdolch, zur Lenkung von Energie, fast nie zum Schneiden benutzt.   



 

Der Zauberstab: der zur Lenkung von Energien dienen soll.    



Pentagramm: Eine rituelle Scheibe, auf dem ein Pentagramm, fünfzackiger Stern mit nach oben gerichteter Spitze in einem Kreis abgebildet ist.    



Weihrauchfass: Zum rituellen Räuchern.    



In einigen Traditionen finden zum Teil folgende Utensilien Verwendung:

   

  • Besen: für rituelle Reinigung von negativen Energien.    

        
  • Buch der Schatten: Ein Buch mit magischen Ritualen, Zauberformeln, Rezepten u.ä., das dem Novizen bei der Initiation übergeben wird.  

        
  • Kelch: Wird bei Gelöbnis- und Einweihungszeremonien benutzt.    

        
  • Kessel: Dabei handelt es sich normalerweise um einen schmiedeeisernen Kochtopf, der sowohl für rituelle Mahlzeiten als auch zum Räuchern verwendet wird.    

        
  • Kuchen und Wein: Werden für den „gesellschaftlichen Teil“ nach einem Ritual verwendet.    

  • Salz und Weihwasser: Werden bei Weihe-Ritualen verwendet.    
        

  • Pendel: Ein schwerer Gegenstand an einer Schnur, der durch Kontakt mit dem     medialen Bewusstsein Weissagungen ermöglicht.    
        

  • Weihwedel: Ein Kräuterbündel o.ä., mit dem man vor oder während eines Rituals Wasser versprengt.    

        
  • Labrys: Eine Doppelaxt nach minoischem Vorbild, die links am Altar gelagert wird.




Athame und Zauberstab.


Athame und Zauberstab werden mit der rechten Hand (bei Linkshändern der linken Hand) gehalten. Diese Hand, die auch „Schutzhand“ genannt wird, steht symbolisch für den Punkt, an dem die persönliche Kraft aus dem Körper strömt. Die linke Hand (bei Linkshändern die rechte Hand) dagegen heißt „rezeptive Hand“, weil durch sie Energie in unseren Körper strömt. In manchen Ritualen symbolisiert der Kelch das weibliche Prinzip (den Schoß) und die Athame das männliche Prinzip (den Phallus), bei einigen Traditionen/Pfaden ist die Bedeutung von Athame und Stab (und die jeweilige Zuordnung zur Himmelsrichtung) vertauscht.

Häufige Rituale

Im traditionellen Wicca werden Rituale oftmals nackt (im „Himmelskleid“, englisch skyclad) ausgeführt, da Kleidung die magischen Energien und die Verbindung mit der Erde behindern soll. Häufige Rituale sind:


Eine große rituelle Bedeutung hat das Ziehen des magischen Kreises. Der Kreis ist definiert als die Stelle, an der eine durch Visualisierung und Magie geschaffene kugelförmige Sphäre in die Erde tritt. In der Regel werden im magischen Kreis die Kreisviertel angerufen,     denen als Korrespondenzen insbesondere die vier Himmelsrichtungen, vier Jahreszeiten und vier Elemente zugeordnet sind. Bei Bewegungen im Kreis spielt die Richtung eine große Rolle. 


Deosil, die Bewegung im Uhrzeigersinn (die gleichzeitig dem Lauf der Sonne folgt) steht für das Gute und positive Energien. 


Widdershins, die Bewegung gegen den Uhrzeigersinn steht für negative Energien. Da sich in der südlichen Hemisphäre (z.B. in Australien) die Sonne gegen den Uhrzeigersinn bewegt, werden die Bewegungen von dortigen Wicca-Anhängern teilweise in umgekehrter Bedeutung verwendet.    


Zwei zentrale magische Praktiken sind das „Erden“ und das „Zentrieren“. „Erden“ bedeutet sich mit der Erde zu verbinden. „Zentrieren“ bedeutet sich in der Körpermitte sammeln. Eine weitere wichtige Technik ist das Fokussieren, also die Verwendung einer intensiven Vorstellungskraft, um magische Energien freizusetzen und zu kanalisieren.

Kräuteranwendung bei Ritualen

Aufgrund des panentheistischen Charakters im Wicca wird beim Ernten von Blumen, Kräutern usw. versucht, zunächst durch Visualisierung eine Verbindung mit den entsprechenden Pflanzen herzustellen. Erst dann wird das Benötigte geschnitten, häufig mit der Bolline (einem weißen Messer). Beispielsweise Einsatzmöglichkeiten für Kräuteranwendung sind hierbei:

  

Opfergaben für die Göttin (wässrige und erdige Blumen und Samen) und den Gott (feurige und luftige Kräuter und Blumen)    

    

Körper- und Haarschmuck bei Ritualen, z. B. Blumenkränze bei Frühlings- und Sommerritualen, Eichen- und Fichtenkränze bei Winterritualen, oder Kräuter- und Samenketten aus Anissamen, Eicheln, Fichtenzapfen, Muskatnüssen, Tonkabohnen o. ä.    

    

Ritualfeuer: Apfelbaum, Eberesche, Eiche, Fichte, Hornstrauch, Mesquitebaum, Pappel, Wacholder, Zeder.    

    

Weihung des Kelchs, Kessels und anderer magischer Werkzeuge, z.B. Einreiben der Klinge des magischen Messers (mit Basilikum, Rosmarin oder Eichenblättern), des Zauberstabs (mit Lavendel-, Eukalyptus- oder Pfefferminzblättern), des Besens (mit Kamillen-, Weiden- und Limonenbalsam), der Kristallkugel (mit Beifuß) u. v. a.    

    

Dekoration: für den magischen Kreis und Altar (je nach Zeitpunkt und Anlass, beim Vollmondritual: Nachtblumen, weiße Blumen, alle mit fünf Blütenblättern.


Zur Verwendung an Wicca-Festen haben sich besondere Sabbatkräuter eingebürgert: 


Imbolc: Eberesche, Schneeglöckchen und generell die ersten Blumen.  

Ostara: Iris, Narzisse, Olive, Osterglocke, Pfingstrose, Stechginster, Veilchen, Waldmeister und alle Frühlingsblumen.       

Beltane: Geißblatt, Johanniskraut, Rotdorn, Waldmeister und alle Blumen.    

Litha: Beifuß, Efeu, Eiche, Eisenkraut, Farn, Gänseblümchen, Holunder, Kamille, Lavendel, Lilie, Nelke, Rose, Schafgarbe, wilder Thymian.


Lughnasadh: Birne, Brombeere, Heidekraut, Holzapfel, Körner jeder Art, Schlehe, Trauben.    
Mabon: aufgelesene Ähren, Eichel, Eichenlaub, Espe, Fichtenzapfen, Haselnuss, Herbstlaub, Mais, Weizenhalme, Zypressenzapfen.  

    

Samhain: Apfel, Birne, Chrysantheme, Distel, Getreide, Granatapfel, Haselnuss, Kürbis, Mais, Nüsse, Wermut.  

    

Jul: Efeu, Fichte, Lorbeer, Mistel, Rosmarin, Stechpalme, Wacholder, Zeder als Baumschmuck Äpfel, Orangen, Muskatnüsse, Zimtstangen und Zitronen.    


Elemente und Elementarwesen


Die klassische Elementelehre ist ein wesentlicher Bestandteil der Weltsicht von Wicca. 

Jede manifeste Form wird als Ausprägung der vier archetypischen Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer verstanden, die unterschiedlich interpretiert werden (manchmal materialistisch als Aggregatzustände, meist aber esoterisch als subtile Energien). Hinzu kommt als fünftes Element der Äther, der von Wicca als Geist interpretiert wird, im Gegensatz zum klassischen fünften Element wie Quintessenz oder Akasha. Die fünf Spitzen des Pentagramms symbolisieren im Wicca diese fünf Elemente. Bei der Beschwörung des magischen Kreises werden an den Kardinalpunkten neben den vier Himmelsrichtungen und Kreisvierteln oft auch die vier Elemente angerufen


Freifliegende Hexen


Wichtig für diese Gruppe ist der Bezug zur Natur und der animistischen Welt. Sie zeichnen sich durch eine starke Verbindung zu den heimatlichen Wurzeln und durch Bezugnahme auf Flora und Fauna aus. Das Erbhexentum ist für die Angehörigen dieses Typus ausschlaggebend für das Gefühl, Hexe zu sein. Germanische oder keltische Wurzeln dienen als Verbindungselement zwischen der Religion und ihren Fähigkeiten als Hexe. Sie halten ihren Glauben teilweise geheim, teilweise provozieren sie ihre konservative Umwelt aber auch bewusst. Feminismus spielt für sie keine Rolle. Hexen dieses Typs glauben, durch die Magie über Macht zu verfügen.

Neo-Wicca, Eclectic Wicca, Solitary Wicca

Unter Eclectic Wicca versteht man Wicca-Anhänger, die keiner speziellen Tradition angehören, sich aber bei verschiedenen Traditionen und Kulturen bedienen. Eklektiker können sowohl in einem Coven initiiert werden als auch eine Selbstinitiation gegenüber dem Gott und der Göttin durchführen.


Solitary-Wicca („Freifliegende Hexen“) ist ein besonders „freier“ Wicca-Stil, der die persönliche Freiheit betont und eine hierarchische Struktur vermeidet. Es umfasst alle Wicca, die nicht in Coven organisiert sind und eigenständig lernen. 


Neo-Wicca ist keine Tradition im eigentlichen Sinne, sondern der Sammelbegriff für moderne und offenere Interpretationen von Wicca – mit geringerer Betonung von Themen wie Sexualität und Tod, und meist auf der Grundlage von Selbstinitiation.


Ich selbst zähle mich zu den freifliegenden Hexen. Ich halte mich grundsätzlich an die Elemente und die universellen Energien. Ich habe auch schon mit meinen Ahnen ein Ritual durchgeführt. Meine Arbeit und meine Rituale gestalte ich meistens nach meiner Intuition. Ausserdem kombiniere ich auch gerne verschiedene Werkzeuge miteinander.